Stand: November 2024
Warum die Absicherung der Arbeitskraft so wichtig ist
Stell Dir vor Du kannst morgen nicht mehr arbeiten – durch Krankheit, Unfall oder psychische Erkrankung. Was passiert mit Deinem Einkommen? Die gesetzliche Absicherung reicht in den meisten Fällen nicht aus. Die Erwerbsminderungsrente greift erst, wenn Du in jeder Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts weniger als sechs Stunden pro Tag arbeiten kannst (volle EM unter 3 Stunden, teilweise EM 3 bis unter 6 Stunden, § 43 SGB VI) — nicht schon dann, wenn Du Deinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Und selbst dann ist sie für die meisten viel zu niedrig, um den Lebensstandard zu halten.
Die wichtigste: Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 % ausüben kannst. Sie ist die umfassendste Absicherung für Deine Arbeitskraft. Jeder vierte Deutsche wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig – häufigste Ursachen sind psychische Erkrankungen (rund 33 % der BU-Leistungsfälle, Morgen & Morgen 2024), Erkrankungen des Bewegungsapparats und Krebs. Wie die BU im Detail funktioniert, was sie kostet und worauf beim Abschluss zu achten ist, findest Du in unserer eigenen Deep-Dive-Analyse: Berufsunfähigkeitsversicherung — Wann sie sich wirklich lohnt.
Alternative: Grundfähigkeitsversicherung
Wer aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt oder die Prämien zu hoch sind, kann eine Grundfähigkeitsversicherung als Alternative prüfen. Sie zahlt wenn bestimmte Grundfähigkeiten wie Sehen, Sprechen oder Gehen verloren gehen – unabhängig vom Beruf. Der Leistungsumfang ist enger als bei der BU: Psychische Erkrankungen etwa sind nur eingeschränkt abgedeckt.
Ergänzung: Krankentagegeldversicherung
Angestellte bekommen 6 Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber (§ 3 EFZG). Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld — 70 % des Bruttos, maximal 90 % des Nettos, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze der GKV (§ 47 SGB V). Für 2026 bedeutet das ein kalendertägliches Höchst-Krankengeld von 135,63 € brutto (BBG KV 5.812,50 €/Monat × 70 % ÷ 30). Wer über der BBG verdient, verliert für den übersteigenden Teil den Einkommensschutz vollständig; darunter beträgt die Nettolücke rund 20 %. Eine Krankentagegeldversicherung schließt diese Lücke und sichert Dein volles Einkommen auch bei langer Krankheit.
Fazit
Deine Arbeitskraft zu schützen ist die wichtigste Versicherungsentscheidung die Du treffen kannst. Wer früh absichert zahlt weniger und ist besser geschützt.
Häufige Fragen zur Absicherung der Arbeitskraft

Gründer & lizenzierter Finanzberater (§34d/34f GewO) · FINABLE
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