Stand: Juli 2026
Die 6 Steuerklassen im Überblick
In Deutschland gibt es 6 Steuerklassen: Klasse 1 für Singles, Klasse 2 für Alleinerziehende, Klasse 3 für den Besserverdienenden in der Ehe, Klasse 4 für Verheiratete mit ähnlichem Einkommen, Klasse 5 für den Geringerverdienenden in der Ehe und Klasse 6 für Zweitjobs. Die Steuerklasse bestimmt wie viel Lohnsteuer monatlich vom Gehalt abgezogen wird.
Wann lohnt sich ein Steuerklassenwechsel?
Verheiratete Paare mit sehr unterschiedlichen Einkommen profitieren oft von der Kombination 3/5. Der Besserverdienende wählt Klasse 3 und zahlt deutlich weniger monatliche Lohnsteuer. Achtung: In der Steuererklärung wird der Gesamtbetrag ausgeglichen – es gibt also keinen dauerhaften Steuervorteil, nur einen Liquiditätsvorteil. Paare mit ähnlichem Einkommen sind mit 4/4 oder 4/4 mit Faktorverfahren oft besser beraten.
Das Faktorverfahren – die unterschätzte Option
Das Faktorverfahren (Steuerklasse 4 mit Faktor) verteilt die Steuerlast gerechter zwischen beiden Partnern als 3/5. Es vermeidet Nachzahlungen bei der Steuererklärung und sorgt für eine fairere monatliche Belastung. Besonders bei Paaren wo beide arbeiten ist das Faktorverfahren oft die beste Wahl.
Reform der Steuerklassen III/V — aktueller Stand
Die Abschaffung der Steuerklassenkombination III/V zugunsten des Faktorverfahrens war im Steuerfortentwicklungsgesetz (ursprünglich Jahressteuergesetz 2024 II) vorgesehen. Dieser Teil fiel weg, als der Bundestag das Gesetz nach dem Bruch der Ampel-Koalition im Dezember 2024 nur in stark verkürzter Fassung verabschiedete. Zum Stand Juli 2026 sind die Klassen III und V weiterhin verfügbar; ein verbindliches Datum für eine Wiederaufnahme der Reform ist gesetzlich nicht fixiert. Wer seine Steuerklassenkombination jetzt optimieren will, sollte sich also nach geltendem Recht richten — und das Faktorverfahren als vom BMF empfohlene, dauerhaft gerechte Alternative zu III/V ernsthaft prüfen.
Steuerklasse und Elterngeld
Wer plant in Elternzeit zu gehen sollte die Steuerklasse rechtzeitig optimieren – denn das Elterngeld richtet sich nach dem Nettoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt. Ein rechtzeitiger Wechsel in eine günstigere Steuerklasse kann das Elterngeld erheblich erhöhen.
Fazit
Die richtige Steuerklasse kann die monatliche Liquidität erheblich verbessern. Ein Wechsel ist unkompliziert und kann direkt beim Finanzamt oder digital über Elster beantragt werden.
Häufige Fragen zur Steuerklassenwahl
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