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Temu, Shein & Co: Was das Ende der 150-Euro-Zollfreigrenze für Dich bedeutet

13. Juli 2026 7 Min Jann
Temu, Shein & Co: Was das Ende der 150-Euro-Zollfreigrenze für Dich bedeutet

Stand: Juli 2026

Wer kennt es nicht — schnell etwas bei Temu, Shein oder Aliexpress bestellt und ein paar Wochen später kommt ein günstiges Paket aus China an. Damit ist ab dem 1. Juli 2026 Schluss — zumindest mit dem Preisvorteil. Die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro für Waren aus Drittstaaten wurde abgeschafft.

Die Zollfreigrenze war eine EU-weite Regelung die Pakete aus Ländern außerhalb der EU bis zu einem Warenwert von 150 Euro von Zollgebühren befreit hat — ab dem 1. Juli 2026 entfällt diese Freigrenze vollständig und es werden pauschale Zollabgaben fällig.

Was genau ändert sich ab Juli 2026?

Bisher galt: Pakete aus Drittstaaten außerhalb der EU — also z.B. aus China, der Türkei oder den USA — waren bis zu einem Warenwert von 150 Euro zollfrei. Nur darüber fielen Zollgebühren an. Ab dem 1. Juli 2026 entfällt diese Freigrenze komplett. Stattdessen wird eine pauschale Zollabgabe von 3 Euro je Warenkategorie innerhalb einer Sendung fällig. Enthält eine Bestellung Kleidung und Elektronik, werden 6 Euro berechnet. Enthält sie nur Kleidung, fallen 3 Euro an. Zusätzlich bleibt die Einfuhrumsatzsteuer (19% auf den Warenwert) bestehen. Weitere Informationen zur neuen Zollregelung findest Du bei der Bundesregierung.

Wie viel teurer wird es konkret?

Ein Beispiel: Du bestellst ein T-Shirt für 12 Euro bei Shein. Bisher: Zollfrei, keine Gebühren. Ab Juli 2026: 3 Euro Zollpauschale plus 19% Einfuhrumsatzsteuer auf den Warenwert (2,28 Euro) — macht 5,28 Euro Extrakosten auf ein 12-Euro-T-Shirt. Das entspricht einem Preisaufschlag von 44 Prozent. Bei günstigen Artikeln unter 10 Euro kann die Zollpauschale den Preis sogar verdoppeln.

Warum wurde die Regelung abgeschafft?

Die EU hat die Änderung beschlossen um gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler zu schaffen. Europäische Onlinehändler mussten bisher Mehrwertsteuer und alle Abgaben zahlen — chinesische Mitbewerber nicht. Die Zollfreigrenze wurde von Plattformen wie Temu und Shein massiv genutzt: Die EU-Kommission registrierte bis zu 4,6 Millionen Pakete pro Tag allein aus China. Auch Betrug und gefälschte Warenwertangaben spielten eine Rolle.

Was gilt für Bestellungen die bereits aufgegeben wurden?

Die neue Regelung gilt auch für Bestellungen die vor dem 1. Juli 2026 aufgegeben wurden aber erst danach in der EU ankommen. Das bedeutet: Wer im Juni noch schnell bestellt hat, aber dessen Paket erst im Juli oder später eintrifft, zahlt trotzdem die neuen Gebühren.

Was bedeutet das für mein Budget?

Auf den ersten Blick wirkt die Regelung wie eine reine Verteuerung. Aber es steckt auch eine finanzielle Lektion darin: Günstige Impulskäufe bei Temu & Co. waren oft gar nicht so günstig wie gedacht — schlechte Qualität, kurze Lebensdauer, versteckte Versandkosten. Die neue Zollpauschale macht den tatsächlichen Preis transparenter. Wer seine Ausgaben bewusst plant und Impulskäufe reduziert, hat am Ende mehr Geld für sinnvolle Investitionen — zum Beispiel in einen ETF-Sparplan der langfristig Vermögen aufbaut. 50 Euro im Monat weniger für günstige Online-Käufe, stattdessen in einen ETF investiert, wachsen bei 7% jährlicher Rendite über 20 Jahre auf über 26.000 Euro an.

Pro & Kontra — Ist die neue Zollregelung gut oder schlecht?

ProKontra
Gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler, weniger Betrug, weniger Überproduktion und Wegwerfmentalität. Die Regelung macht den tatsächlichen Preis von Billigwaren sichtbar.Verbraucher zahlen mehr. Besonders Menschen mit kleinem Budget die auf günstige Importe angewiesen sind, werden spürbar belastet. Und der Bürokratieaufwand für Paketzustellung steigt.

Was solltest Du jetzt tun?

Kurz- und mittelfristig: Bestellungen aus Drittstaaten bewusster planen und den Gesamtpreis inklusive Zoll kalkulieren. Langfristig: Die neue Regelung ist ein guter Anlass generell über den eigenen Konsum nachzudenken. Wer Impulskäufe reduziert und das gesparte Geld investiert, baut langfristig Vermögen auf. Wie das konkret funktioniert, erklären wir in unserem Artikel über den Vermögensaufbau mit ETF. Wer zusätzlich Steuern sparen will, findet alle Tipps in unserem Steueroptimierungs-Guide. Und wer wissen will welche staatlichen Förderungen ihm zustehen, liest unseren Artikel über staatliche Förderungen für Arbeitnehmer. In einem kostenlosen Erstgespräch bei FINABLE zeigen wir Dir wie Du Dein Geld sinnvoller einsetzen kannst.

Häufige Fragen zur neuen Zollregelung 2026

Vertiefend passt dazu unser Beitrag Vermögensaufbau mit 25: Der beste Zeitpunkt ist jetzt – und ebenso aufschlussreich ist Vermögensaufbau trotz hoher Miete: So geht's.

Jann
Jann

Gründer & lizenzierter Finanzberater (§34d/34f GewO) · FINABLE

Schreibt über Steueroptimierung, Altersvorsorge und Vermögensaufbau – verständlich, transparent und ohne Vertriebsdruck.