Stand: Juli 2026
Der Gender Pension Gap in Deutschland
Der Gender Pension Gap in Deutschland lag 2023 bei 27,1 % (Statistisches Bundesamt, Erhebungsjahr 2023, veröffentlicht 2024). Frauen ab 65 Jahren erhielten im Bundesdurchschnitt eigene Alterssicherungsleistungen von rund 1.077 €/Monat, Männer rund 1.476 €/Monat. Die Lücke ist damit gegenüber 2015 (42,1 %) deutlich kleiner geworden, aber immer noch groß. Die Gründe sind strukturell: niedrigere Löhne (Gender Pay Gap 2023: 18 % unbereinigt, 6 % bereinigt), höherer Teilzeitanteil, Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung und Pflege.
Warum das so problematisch ist
Frauen leben im Durchschnitt länger als Männer – haben also einen längeren Rentenbezugszeitraum. Gleichzeitig bekommen sie weniger Rente. Das Ergebnis: Frauen sind in Deutschland deutlich häufiger von Altersarmut bedroht. Die Armutsgefährdungsquote für Frauen ab 65 lag 2023 bei 20,3 % (Destatis, Mikrozensus 2023), für Männer bei 17,7 %. Wer als Frau nicht frühzeitig privat vorsorgt, riskiert im Alter echte finanzielle Not.
Die spezifischen Herausforderungen für Frauen
Erstens: Teilzeit kostet Rentenpunkte. Jedes Jahr in Teilzeit bedeutet weniger Beiträge und damit weniger Rentenanwartschaften. Zweitens: Kindererziehungszeiten werden nur begrenzt angerechnet. Für Kinder, die ab 1992 geboren sind, werden drei Jahre mit jeweils rund einem Entgeltpunkt gutgeschrieben (§ 56 SGB VI); für vor 1992 geborene Kinder sind es 2,5 Jahre ("Mütterrente II"). Bei aktuellem Rentenwert von 42,52 €/Monat (ab 1. Juli 2026, Rentenwertbestimmungsverordnung 2026) entspricht das für ein Kind mit drei vollen Entgeltpunkten einer monatlichen Rentenanwartschaft von rund 128 €. Drittens: Scheidung und Witwenschaft – viele Frauen verlassen sich auf die Altersvorsorge des Partners, was im Ernstfall katastrophal sein kann.
Was Frauen konkret tun können
Unabhängige Altersvorsorge aufbauen – nicht auf die des Partners verlassen. Auch in Teilzeit oder Elternzeit in die private Altersvorsorge einzahlen – auch kleine Beträge machen langfristig einen großen Unterschied. Staatliche Förderungen maximal nutzen: Riester (besonders attraktiv für Mütter wegen der Kinderzulage von 300 € pro nach 2007 geborenem Kind, § 85 EStG), bAV, Rürup. Und: Regelmäßig den eigenen Rentenanspruch prüfen.
Häufige Fragen zur Altersvorsorge für Frauen
Fazit
Der Gender Pension Gap ist real – aber er ist kein Schicksal. Frauen die früh und unabhängig vorsorgen können die Lücke schließen und ein sorgenfreies Alter aufbauen.

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