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Steuerstundung als Strategie: Warum später zahlen besser ist

04. November 2025 5 Min Jann
Steuerstundung als Strategie: Warum später zahlen besser ist

Stand: Juli 2026

Was ist Steuerstundung?

Steuerstundung bedeutet Steuerzahlungen in die Zukunft zu verschieben – legal und vom Gesetzgeber so vorgesehen. Das Prinzip: Kapital das Du heute eigentlich versteuern müsstest, bleibt investiert und arbeitet für Dich weiter. Die Steuer zahlst Du erst später – idealerweise wenn Dein Steuersatz niedriger ist.

Warum Steuerstundung so mächtig ist

Stell Dir vor Du hast 10.000 € Gewinn im Depot. Ohne Steuerstundung zahlst Du sofort 2.637 € Abgeltungssteuer – und kannst nur noch 7.363 € weiter investieren. Mit Steuerstundung (z.B. in einer Fondspolice) bleiben alle 10.000 € investiert und erwirtschaften weitere Rendite. Der Zinseszins wirkt auf den vollen Betrag – nicht auf den um Steuern reduzierten.

Die besten Steuerstundungsinstrumente

Erstens: Fondsgebundene Rentenversicherung – Gewinne wachsen steuerfrei, Versteuerung erst bei Auszahlung im Rentenalter. Zweitens: Rürup-Rente – Beiträge heute steuerlich absetzen, Versteuerung erst im Rentenalter (meist zu niedrigerem Satz). Drittens: Thesaurierende ETFs – keine jährliche Steuer auf Dividenden, nur Vorabpauschale und Versteuerung bei Verkauf.

Der konkrete Vorteil über 30 Jahre

Bei 100.000 € Anlage und 7 % Rendite über 30 Jahre: Mit jährlicher Besteuerung endet man bei ca. 430.000 €. Mit vollständiger Steuerstundung bis zum Ende bei ca. 560.000 € – und dann erst Steuer auf die Gewinne. Der Unterschied von über 100.000 € kommt allein durch den Steuerstundungseffekt.

Annahmen der Rechnung: 100.000 € Einmalanlage, 7 % Bruttorendite p. a. konstant über 30 Jahre, keine weiteren Einzahlungen und keine Entnahmen. Im Vergleichsfall werden Erträge jährlich mit 26,375 % (Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer) besteuert und mindern die Wiederanlagebasis; Vorabpauschale, Teilfreistellungen und persönlicher Steuersatz im Rentenalter bleiben zur Vereinfachung außen vor. Wechseln sich Rendite, Steuersatz oder Anlagedauer, verschiebt sich das Ergebnis entsprechend – der Grundmechanismus bleibt derselbe.

Fazit

Steuerstundung ist keine Steuerhinterziehung – sie ist eine clevere, legale Strategie die langfristig Zehntausende Euro Unterschied machen kann. Wer sie nicht nutzt, verschenkt bares Geld an das Finanzamt.

Jann
Jann

Gründer & lizenzierter Finanzberater (§34d/34f GewO) · FINABLE

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