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Tankrabatt weg, Sprit teurer: So holst Du Dir das Geld über die Steuererklärung zurück

16. Juli 2026 7 Min Jann
Tankrabatt weg, Sprit teurer: So holst Du Dir das Geld über die Steuererklärung zurück

Stand: Juli 2026

Seit dem 1. Juli 2026 ist der Tankrabatt Geschichte. Die temporär gesenkte Energiesteuer auf Benzin und Diesel ist ausgelaufen — was an den Zapfsäulen bis zu 17 Cent pro Liter teurer macht. Für Arbeitnehmer die täglich pendeln bedeutet das spürbar höhere Kosten. Die gute Nachricht: Ein Teil davon lässt sich über die Steuererklärung zurückholen.

Die Pendlerpauschale ist der steuerliche Abzug für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte — seit dem 1. Januar 2026 beträgt sie einheitlich 0,38 Euro pro Kilometer ab dem ersten Kilometer, unabhängig vom Verkehrsmittel und vom tatsächlichen Spritpreis.

Was hat es mit dem Tankrabatt auf sich?

Der Tankrabatt war eine temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe, die zum 1. Juli 2026 ausgelaufen ist. Während seiner Gültigkeit entlastete er Verbraucher um rund 17 Cent pro Liter Benzin und rund 14 Cent pro Liter Diesel. Mit dem Auslaufen der Regelung können die Spritpreise entsprechend steigen — ob und wie stark hängt von der Marktentwicklung und den Ölpreisen ab. Mehr Informationen zur Energiesteuer findest Du beim Bundesfinanzministerium.

Was bedeutet das konkret für Pendler?

Ein Beispiel: Wer täglich 30 Kilometer zur Arbeit fährt und einen Benziner mit 7 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer fährt, tankt monatlich rund 63 Liter zusätzlich für den Arbeitsweg. Bei 17 Cent mehr pro Liter sind das gut 10 Euro mehr pro Monat — rund 120 Euro pro Jahr. Bei längeren Pendelstrecken oder weniger sparsamen Fahrzeugen summiert sich das schnell auf 200 bis 400 Euro jährlich.

Wie kannst Du Fahrtkosten steuerlich absetzen?

Die Pendlerpauschale ist Dein wichtigstes Instrument. Sie beträgt seit dem 1. Januar 2026 einheitlich 0,38 Euro pro Kilometer für die einfache Strecke zwischen Wohnung und Arbeit — auch für die ersten 20 Kilometer. Wichtig: Die Pendlerpauschale gilt pro Arbeitstag und nur für die einfache Strecke, nicht für Hin- und Rückfahrt. Bei einem Arbeitsweg von 30 Kilometern und 220 Arbeitstagen ergibt das: 30 km x 0,38 Euro x 220 Tage = 2.508 Euro Werbungskosten allein für den Arbeitsweg. Das ist deutlich mehr als der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro — es lohnt sich also auf jeden Fall die Steuererklärung abzugeben. Alle Steuertipps findest Du auch in unserem Steueroptimierungs-Guide für Angestellte.

Was ist wenn ich öffentliche Verkehrsmittel nutze?

Auch wer mit Bus oder Bahn pendelt, kann die Pendlerpauschale geltend machen — unabhängig vom Verkehrsmittel. Wer tatsächliche Kosten für Tickets oder ein Jobticket hat die über der Pauschale liegen, kann alternativ die tatsächlichen Kosten absetzen. Das lohnt sich besonders bei teuren Jahrestickets in Großstädten.

Homeoffice — was gilt für Tage zu Hause?

An Homeoffice-Tagen entfällt die Pendlerpauschale — stattdessen greift die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Tag. Wer 100 Tage im Homeoffice und 120 Tage im Büro arbeitet, kombiniert beide Pauschalen in der Steuererklärung. Tipp: Dokumentiere Deine Homeoffice-Tage das ganze Jahr über — das Finanzamt kann nach einem Nachweis fragen.

Pro & Kontra — Steuererklärung oder nicht?

ProKontra
Wer pendelt, kommt mit der Pendlerpauschale fast immer über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro — eine Steuererklärung lohnt sich also in der Regel. Im Schnitt erhalten Arbeitnehmer rund 1.095 Euro Steuerrückerstattung (Veranlagungszeitraum 2020, Destatis).Die Steuererklärung kostet Zeit und manchmal Nerven. Apps wie MeinElster+ erleichtern das seit Juli 2026 für viele Gruppen erheblich. Und wer einen guten Steuerberater hat, holt oft mehr raus als er bezahlt.

Was solltest Du jetzt konkret tun?

Drei Schritte: Erstens Arbeitsweg-Kilometer dokumentieren und Arbeitstage zählen. Zweitens Homeoffice-Tage festhalten. Drittens Steuererklärung für 2026 vollständig abgeben — Frist ist der 31. Juli 2026 für die Erklärung 2025. Was sich außerdem steuerlich in 2026 geändert hat, erklären wir in unserem Artikel Über die steuerlichen Änderungen 2026. Und wer wissen möchte wie er insgesamt mehr netto vom brutto behält, liest unseren Artikel über staatliche Förderungen für Arbeitnehmer. In einem kostenlosen Erstgespräch bei FINABLE schauen wir uns Deine individuelle Situation an und zeigen Dir wie Du steuerlich optimal aufgestellt bist.

Häufige Fragen zum Ende des Tankrabatts und Fahrtkosten

Ergänzend lohnt sich ein Blick auf Steueroptimierung 2026 für Angestellte: Die 8 wirksamsten Hebel sowie unsere Analyse zu Rürup-Rente: Bis zu 3.456 € Steuern sparen – so geht's.

Jann
Jann

Gründer & lizenzierter Finanzberater (§34d/34f GewO) · FINABLE

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